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Wege zu mehr Stärke im Berufsleben

Wie kann mentale Gesundheit im Arbeitsleben gelingen – und was brauchen Menschen, um nach einer Krise wieder Fuß zu fassen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Leistungsträger-Tagung 2025 am BFW München. Unter dem Titel „Psyche und Perspektive“ diskutierten Expertinnen und Experten aus Rehabilitation, Kostenträgern und Wirtschaft zwei Tage lang über psychische Gesundheit, Resilienz und Zukunftskompetenzen.

Wie kann mentale Gesundheit im Arbeitsleben gelingen – und was brauchen Menschen, um nach einer Krise wieder Fuß zu fassen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Leistungsträger-Arbeitstagung 2025, die unter dem Titel „Psyche und Perspektive – Herausforderungen im Wandel der Arbeitswelt“ stattfand. Zwei Tage lang trafen sich Reha-Expertinnen und -Experten sowie Beraterinnen und Berater unserer Kostenträger, um spannende Vorträge zu hören und sich über psychische Gesundheit, Resilienz und Zukunftskompetenzen auszutauschen.

Nach der Begrüßung durch Günther Renaltner, Geschäftsführer des BFW München, startete die Tagung mit einem Blick auf aktuelle Zahlen und Fakten zur psychischen Gesundheit im Betrieb.

In seiner Eröffnungsrede machte Renaltner deutlich, wie stark die moderne Arbeitswelt Menschen psychisch fordert: „Wie wir alle wissen, ist die Arbeitswelt geprägt von stetigem Wandel, steigenden Anforderungen und zunehmender Komplexität. Und das hat spürbare Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.“ 
Er betonte, dass immer mehr Menschen Belastungen erleben, die zu psychischen Erkrankungen führen können – und dass sich auch im BFW zeige, wie die Diagnosen der Teilnehmenden zunehmend F-lastig werden. Das bedeute, dass psychische Erkrankungen immer häufiger im Rahmen von Mehrfachdiagnosen auftreten.
„Zudem sehen wir eine deutlich höhere Nachfrage nach unseren einschlägigen Maßnahmen. In logischer Folge gewinnt das Thema Resilienz im Berufsleben immer mehr an Bedeutung. Die Widerstandskraft zu stärken und gesund mit den Herausforderungen der Arbeitswelt umzugehen, ist das Ziel von immer mehr Menschen, die erkannt haben, dass man hier aktiv etwas tun muss“, so Günther Renaltner.

Im Anschluss zeigten Sandra Böhm (AOK Bayern) und Birgit Klusmeier (TÜV Süd Akademie), wie stark psychische Belastungen mittlerweile den Arbeitsalltag prägen – und welche Strategien Unternehmen entwickeln, um Beschäftigte zu schützen und zu stärken.

Nach einer kurzen Pause bewegte Melanie Faltermeier, Wirtschaftspsychologin und Co-Founder von WE ARE MENTAL, das Publikum mit einem sehr persönlichen Beitrag. Unter dem Titel „Vom Zusammenbruch zum Aufbruch“ sprach sie offen über eigene Krisenerfahrungen: „Ich habe gelernt, dass Schwäche keine Schande ist, sondern der Anfang von Veränderung. Nur wer innehält, kann wirklich neu starten.“ Ihr Vortrag löste eine spürbare emotionale Resonanz im Saal aus. 

Am Nachmittag zeigten Jochen Kunert und Olga Grupp vom BFW München, wie das Berufliche Trainingszentrum (BTZ) Menschen nach psychischen Erkrankungen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben unterstützt. „Wir sehen in jeder Krise auch eine Chance“, sagte Grupp. „Mit dem richtigen Tempo und individueller Begleitung gelingt es vielen, wieder Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten zu gewinnen.“

Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Vortrag von Cristina Sanz-Albanese, Leiterin des Psychologischen Dienstes am BFW München, die die zunehmende Bedeutung psychologischer Unterstützung betonte: „Die Seele leidet oft leise. Umso wichtiger ist es, dass wir zuhören, bevor sie schreit.“

Der Abend klang bei einem gemeinsamen Ausflug ins Automobilmuseum EFA – Mobile Zeiten in Amerang aus. Zwischen Oldtimern, Geschichten und Gesprächen zeigte sich: Austausch und Entschleunigung sind eine starke Kombination.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Resilienz. Lucija Vlahovic, Diplom-Psychologin und Coach, eröffnete mit dem Vortrag „Mental stark trotz Wandel“: „Resilienz bedeutet nicht, alles auszuhalten – sondern zu wissen, wann man loslassen darf.“ In einem anschließenden Workshop konnten die Teilnehmenden eigene Stressmuster erkennen und persönliche Strategien entwickeln. „Das war ehrlich, greifbar und unglaublich hilfreich“, meinte eine Teilnehmerin im Anschluss.

Nach dem Mittagessen gab Gabriel Haggenmüller, Leiter Reha-Assessment am BFW München, spannende Einblicke in seine Arbeit: „Jeder Mensch bringt ein anderes Mosaik an Erfahrungen, Stärken und Grenzen mit – das macht die berufliche Rehabilitation so herausfordernd und zugleich so bereichernd.“

Zum Abschluss widmete sich Klaus Obermaier, Coach und Trainer für KI-Kompetenz, der Zukunft: „Künstliche Intelligenz als Werkzeug für Resilienz und Orientierung im Arbeitsalltag“. Er zeigte, wie digitale Helfer den Arbeitsstress reduzieren und neue Perspektiven eröffnen können. „KI ersetzt kein Mitgefühl“, betonte er, „aber sie kann uns entlasten – und damit Raum schaffen für Menschlichkeit.“

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.