In wenigen Minuten zum neuen Job: Karrieretag im BFW München setzt auf Speed-Dating
Wo sonst Rehabilitanden ihre Pausen verbringen, ging es diesmal um berufliche Zukunft: Die helle Lobby des Berufsförderungswerks (BFW) München verwandelte sich beim Karrieretag in eine gut besuchte Messehalle. Rehabilitanden nutzten die Gelegenheit, um mit regionalen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen – oft direkt im Job-Speed-Dating.
Den Auftakt der Veranstaltung bildete eine Begrüßung in der Aula unter dem Titel „Kurze Begegnung, große Wirkung: Das Prinzip Job-Speed-Dating im Arbeitsmarkt“. In einer praxisnahen Demonstration zeigten Michaela Wiest, Personalleiterin im BFW München, und Juliane Sedlmayr im Dialog, wie ein solches Kurzgespräch mit potenziellen Arbeitgebern ablaufen kann. Die Vorführung vermittelte den Teilnehmenden konkrete Einblicke und nahm vielen die Nervosität vor den späteren Gesprächen.
Im Anschluss hatten die Rehabilitanden Gelegenheit, Fragen zu stellen – auch solche, die sie „einer Personalerin schon immer einmal stellen wollten“. Erst danach stellten sich die einzelnen Unternehmen vor und öffneten ihre Messestände.
Seit 2012 organisiert das BFW München die Veranstaltung für Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Umschulungen und Weiterbildungen. Ziel ist es, den Übergang zurück ins Berufsleben zu erleichtern. Entsprechend groß war das Interesse: Bereits am Vormittag bildeten sich vor einzelnen Unternehmensständen Warteschlangen, Gesprächsslots waren schnell vergeben.
Vertreten waren Arbeitgeber aus unterschiedlichen Branchen – vom öffentlichen Dienst über mittelständische Betriebe bis hin zu überregional tätigen Unternehmen. Für viele Teilnehmende bot sich damit erstmals die Chance, potenzielle Arbeitgeber persönlich kennenzulernen und konkrete Perspektiven auszuloten.
Auch auf Unternehmensseite fiel das Fazit positiv aus. Stefan Madl, Personalleiter am Landratsamt Ebersberg, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Austausch: Es sei „super spannend“ gewesen, zahlreiche Rückfragen von interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu bekommen. Für beide Seiten habe die Veranstaltung einen großen Mehrwert gehabt. In den Gesprächen sei es unter anderem darum gegangen, in welchen Bereichen Bewerbungen möglich sind und welche Praktika angeboten werden. „Wir sind gerne wieder mit dabei“, so Madl.
Ein besonders praxisnahes Bild zeichnete Kerstin Diepold, Personalleiterin bei der Innbau Beton GmbH & Co. KG in Mettenheim. Ihr Unternehmen beschäftigt aktuell sechs Mitarbeitende, die ihre Qualifizierung im BFW München absolviert haben – darunter fünf Bauzeichner und ein Bautechniker. „Wir bieten regelmäßig Praktikumsplätze an, aus denen sich häufig eine Festanstellung entwickelt“, sagte Diepold. Viele Interessierte hätten sich zudem nach der Einarbeitung erkundigt: Neue Mitarbeitende erhielten ausreichend Zeit, sich einzuarbeiten, außerdem gebe es stets feste Ansprechpartner im Unternehmen. „Da braucht niemand Angst haben, dass zu wenig erklärt wird.“
Den Abschluss des Programms bildete ein gemeinsamer Vortrag in der Aula. Unter dem Titel „KI als Karrierebooster“ zeigte Klaus Obermaier, Coach und Trainer für KI-Kompetenz, auf, welche Rolle künstliche Intelligenz künftig im Berufsalltag spielen kann und wie Bewerberinnen und Bewerber diese Entwicklung für sich nutzen können.
Beim BFW München zeigte man sich sehr zufrieden mit dem Verlauf. Der Karrieretag habe erneut verdeutlicht, wie wichtig direkte Begegnungen zwischen Unternehmen und angehenden Fachkräften sind. Für manche Teilnehmende könnte der Messetag damit zum entscheidenden Schritt auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt werden.