Ein Auge verloren – eine neue Perspektive gewonnen
Als Peter Schnelldorfer bei einem Arbeitsunfall auf dem rechten Auge erblindete, schien seine berufliche Zukunft plötzlich ungewiss.
Der gelernte Kfz-Mechaniker hatte klare Zukunftspläne – doch von einem Moment auf den anderen stand alles infrage.
Heute arbeitet Peter Schnelldorfer als Feinwerkmechaniker in einem Hightech-Unternehmen, fertigt hochpräzise Bauteile für die Medizintechnik und die Halbleiterindustrie und sagt rückblickend: „Für mich hat sich der Neustart auf jeden Fall gelohnt.“
Nach seinem Schulabschluss absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker und verpflichtete sich anschließend für zehn Jahre bei der Bundeswehr. Danach arbeitete Peter Schnelldorfer in einem metallverarbeitenden Unternehmen. Dort ereignete sich der Unfall, der das Leben von ihm grundlegend veränderte. „Durch einen Arbeitsunfall bin ich auf dem rechten Auge erblindet“, erzählt er. Viele Tätigkeiten seines bisherigen Berufs konnte er dadurch nur noch eingeschränkt ausüben. Schnell stellte sich die Frage: Wie sollte es beruflich weitergehen?
Über die Berufsgenossenschaft erhielt Schnelldorfer die Möglichkeit einer beruflichen Rehabilitation. In einem Berufsbildungswerk für blinde und sehbehinderte Menschen wurde geprüft, welche Tätigkeiten trotz der Einschränkung möglich waren. Das Ergebnis überraschte ihn positiv: „Die haben gesagt: Das geht einwandfrei. Das ist kein Problem.“
Nach einer Arbeitserprobung und einem Vorbereitungskurs entschied sich Peter Schnelldorfer dann für eine Umschulung zum Feinwerkmechaniker im BFW München.
An diese Zeit erinnert er sich bis heute gerne zurück. „Es war eine tolle Zeit. Es hat Spaß gemacht.“ Besonders die Gemeinschaft im Kurs sei ihm in Erinnerung geblieben. „Wir haben uns gegenseitig geholfen. Die Kameradschaft hat mir super gut gefallen.“
Seine berufliche Praxisphase absolvierte Peter Schnelldorfer bei der GEWO Feinmechanik GmbH & Co. KG in Hörlkofen. Dort überzeugte er so sehr, dass er bereits vor der Abschlussprüfung einen Arbeitsvertrag erhielt. Bis heute ist er dem Unternehmen treu geblieben und fertigt als Feinwerkmechaniker hochpräzise Bauteile für die Medizintechnik und die Halbleiterindustrie. Besonders schätzt Schnelldorfer die Vielfalt seiner Aufgaben: „Ich mache jede Woche sechs oder sieben verschiedene Teile. Es ist nie monoton.“
„Das Wichtigste ist, dass es Spaß macht.“
Auch seine Kolleginnen und Kollegen tragen dazu bei, dass er jeden Tag gerne zur Arbeit geht.
Seine Botschaft an Menschen, die vor einem beruflichen Neuanfang stehen: Mut haben, Chancen nutzen und nach vorne schauen. „Ich würde diesen Weg jederzeit wieder gehen“, sagt Peter Schnelldorfer. „Für mich hat sich der Neustart gelohnt.“
Die nächsten Ausbildungen im Bereich Maschinenbau beginnen am 01.07.2026. Der nächste Reha-Vorbereitungskurs startet am 28.10.2026 und der nächste RVL für besondere Zielgruppen am 05.08.2026.