Die Umschulung, die alles veränderte
Manchmal verändert eine einzige Entscheidung das ganze Leben. Für Michaela Heindl und Sascha Haag begann dieser Wendepunkt im BFW München. Beide mussten ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Beide standen vor derselben Frage: Wie geht es jetzt weiter?
Inzwischen betreibt Michaela Heindl erfolgreich ihre eigene Podologiepraxis, während Sascha Haag als IT-Techniker im Außendienst Apotheken in ganz Bayern betreut. Dass aus der gemeinsamen Umschulung auch eine gemeinsame Zukunft entstand, ist eine der schönsten Wendungen ihrer Geschichte. Im Mittelpunkt steht jedoch vor allem eines: Zwei Menschen fanden den Mut, ihr Leben noch einmal völlig neu auszurichten – mit Erfolg.
Michaela Heindl arbeitete viele Jahre mit Leidenschaft in der Altenpflege. Doch ihre bipolare Erkrankung machte die körperlich und psychisch belastenden Schichtdienste zunehmend unmöglich. „Ich habe mich die letzten Jahre eigentlich nur noch hingeschleppt. Altenpflege war mein Beruf, aber ich habe einfach gemerkt, dass ich das nicht mehr schaffen kann.“
Während einer psychosomatischen Rehabilitation entstand die Idee einer beruflichen Neuorientierung. Für Heindl war schnell klar, welchen Weg sie einschlagen wollte. Mit Unterstützung ihrer Reha-Beraterin erhielt sie die Möglichkeit, ihre Wunschausbildung zur Podologin im BFW München zu beginnen. Rückblickend sagt sie: „Das war die beste Entscheidung meines Lebens.“
Auch Sascha Haag musste seinen bisherigen Berufsweg hinter sich lassen. Nach seiner Ausbildung zum Schreiner arbeitete er viele Jahre im Lager und auf Baustellen. Dann zwang ihn ein Bandscheibenvorfall zum Umdenken.
Über die Deutsche Rentenversicherung führte ihn sein Weg ins Berufsförderungswerk. „Ich wollte unbedingt ins BFW München." Nach einer Eignungstestung entschied er sich für die Umschulung zum Fachinformatiker für Systemintegration. „Mit über 40 noch einmal die Schulbank zu drücken, war eine echte Herausforderung. Aber irgendwann lief es immer besser.“
Der Einsatz zahlte sich aus. Seit sechs Jahren arbeitet Haag als IT-Techniker und betreut rund 500 Apotheken in Bayern. Netzwerke, Server und Kassensysteme gehören inzwischen zu seinem Arbeitsalltag. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“
Aus Gesprächen in den Pausen entwickelte sich nach und nach eine Beziehung. Heute gehen beide ihren Lebensweg gemeinsam – verbunden durch ähnliche Erfahrungen. Die berufliche Rehabilitation eröffnete ihnen damit nicht nur beruflich, sondern auch privat eine neue Perspektive.
Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Umschulung sammelte Michaela Heindl zunächst Berufserfahrung in zwei Podologiepraxen. Schon bald reifte der Wunsch nach der Selbstständigkeit.
Ihre eigene Praxis ist mittlerweile so gut ausgelastet, dass sie langfristig eine weitere Podologin einstellen möchte. Besonders stolz macht sie eine Zahl: „Ich war in den letzten vier Jahren nur einen halben Tag krank.“
Auch Sascha Haag fand nach seiner Umschulung seinen Platz im Berufsleben. Nach einer ersten beruflichen Station orientierte er sich noch einmal um und fand schließlich die Aufgabe, die perfekt zu ihm passt.
Ihre Geschichte zeigt eindrucksvoll, was berufliche Rehabilitation bewirken kann: Sie eröffnet Menschen nach gesundheitlichen Schicksalsschlägen neue Perspektiven. Und manchmal entsteht aus einer Umschulung weit mehr als ein neuer Beruf – manchmal beginnt damit ein völlig neues Leben.
Die nächste Ausbildung zum/zur Podologe/-in beginnt am 15.09.2026 und zum/zur Fachinformatiker/-in, Fachrichtung Systemintegration, am 03.02.2027.