„Menschen zu helfen war immer mein Wunsch"
Zehn Jahre körperlich anstrengende Arbeit in einer Chemiefabrik hinterließen bei Irina Aschenbrenner gesundheitliche Spuren. Massive Schulterprobleme zwangen sie schließlich dazu, ihren bisherigen Beruf aufzugeben. Mit Unterstützung der Deutschen Rentenversicherung eröffnete sich für sie jedoch ein neuer Weg: eine erfolgreiche berufliche Neuorientierung über eine Ausbildung im BFW München.
Irina Aschenbrenner stammt ursprünglich aus Kasachstan. 2004 kam sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern als sogenannte Spätaussiedlerin nach Deutschland. „Das war ein großer Schritt für uns alle“, erinnert sie sich. Zunächst ließ sich die Familie in Weilheim nieder, später zog sie nach Landsberg – dort lebt sie bis heute.
In ihrer alten Heimat arbeitete sie als Verkäuferin und Kassiererin. In Deutschland schlug sie zunächst einen völlig anderen beruflichen Weg ein: Zehn Jahre lang war sie in Vollzeit in einer Chemiefabrik beschäftigt. Die körperlich anspruchsvolle Arbeit machte ihr lange Zeit Freude. „Es war hart, aber ich habe meinen Job wirklich gern gemacht“, sagt sie. Mit den Jahren jedoch verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Die Schulterprobleme wurden so stark, dass sie den Arm kaum noch heben konnte. Nach einer Operation stand fest: Eine Rückkehr in den alten Beruf war ausgeschlossen.
In dieser schwierigen Phase erhielt Irina Aschenbrenner Unterstützung von der Deutschen Rentenversicherung, die auch die Kosten für ihre berufliche Neuorientierung übernahm. Zunächst absolvierte sie eine Arbeitserprobung in der Geschäftsstelle des BFW in Augsburg – allein schon aus praktischen Gründen. „Vom Weg her war das für mich deutlich einfacher“, erklärt sie. Das Ergebnis der Arbeitserprobung sah zunächst eine Umschulung zur Industriekauffrau vor.
Doch schnell wurde ihr klar, dass dieser Beruf nicht zu ihr passte. „Das war einfach nichts für mich“, sagt sie offen. Die Deutsche Rentenversicherung reagierte flexibel und stimmte schließlich einer Umschulung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) zu – ein Beruf, von dem sie schon lange geträumt hatte. „Im medizinischen Bereich zu arbeiten und Menschen zu helfen, war immer mein Wunsch.“
Die Umschulung absolvierte sie in Kirchseeon. Während dieser Zeit war sie im Internat untergebracht – eine Erfahrung, an die sich Irina Aschenbrenner bis heute gern erinnert. „Das war fast wie Urlaub für mich.“ Vom ersten Tag an fühlte sie sich wohl: „Die Atmosphäre war sehr angenehm, alles war gut organisiert, und das Niveau war wirklich hoch.“ Das Lernen fiel ihr auch leicht. „Das war für mich überhaupt kein Problem.“ In ihrer Freizeit nutzte sie intensiv die Angebote des BFW: viel Sport, tägliche Yoga-Einheiten von etwa einer halben Stunde und lange Spaziergänge. „Das hat mir unglaublich gutgetan.“
Die Umschulung verlief für sie äußerst erfolgreich und ihr Pflichtpraktikum absolvierte Irina Aschenbrenner in einer wohnortnahen Hausarztpraxis. Dort sammelte sie wertvolle Erfahrungen, entschied sich jedoch bewusst dagegen, nach der Ausbildung dort zu bleiben. „Für mich ist das Team wichtiger als die Bezahlung“, betont sie.
Ihre heutige Stelle fand sie schließlich über eine Onlineanzeige. Nach einem Probearbeitstag wurde sie direkt eingestellt. Heute arbeitet Irina Aschenbrenner im zweiten Jahr in einer onkologisch-hämatologischen Praxis in Landsberg, in der zwei Ärzte und acht Mitarbeitende tätig sind. „Das Team ist einfach großartig, und die Patienten sind sehr dankbar“, sagt sie.
Stillstand kommt für sie nicht infrage: Aktuell absolviert sie eine Weiterbildung zur Onkologischen Arztassistentin (Onko-MFA). Die Weiterbildung findet online statt, dauert sechs Monate und umfasst insgesamt 120 Stunden. Der Unterricht erfolgt an den Wochenenden von 9 bis 19 Uhr, die Abschlussprüfung findet im April statt. „Es ist anstrengend, aber es lohnt sich“, sagt sie überzeugt.
Ihr Fazit fällt durchweg positiv aus – beruflich wie persönlich: „Ich arbeite sehr gerne mit Menschen. Die Zeit vergeht schnell, und auch wenn ich oft müde bin, komme ich zufrieden nach Hause.“ Das Berufsförderungswerk Kirchseeon würde sie jederzeit weiterempfehlen: „Das war wie ein tolles Abenteuer – eines, das mich beruflich enorm weitergebracht hat.“
Die nächste Ausbildung zum/zur Medizinischen Fachangestellten/r beginnt am 08.07.2026. Der nächste Reha-Vorbereitungslehrgang startet am 08.04.2026.