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Neue Berufe: Zweiradmechatroniker/-in & Fahrradmonteur/-in

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Zweiradmechatroniker/-in

Fahrradmonteur/-in

Ibana Schäfer

Mut, Neugier und ein klarer Leitsatz: Wege voller Chancen


Als Ibana Schäfer vor fast 20 Jahren allein nach Deutschland kam, hatte sie einen Koffer, große Hoffnung – und einen klaren Plan: ein Jahr arbeiten, Geld sparen und anschließend studieren. Dass sie heute als Industrieelektrikerin in einem international tätigen Technologieunternehmen arbeitet, hätte sie sich damals kaum vorstellen können.

Die gebürtige Paraguayerin musste früh Verantwortung übernehmen. „Ich habe meiner Familie gesagt, dass ich irgendetwas machen muss – für die Uni reichte das Geld nicht“, erzählt sie. Deutschland erschien ihr als Chance. Eigentlich wollte sie nur vorübergehend bleiben. Doch schon nach kurzer Zeit wurde ihr klar, dass sich hier ganz neue Perspektiven eröffneten. „Nach einem Jahr habe ich gemerkt, dass es mir hier sehr gut geht und ich viel mehr Möglichkeiten habe als zu Hause. Viele studieren dort, aber finden später keine Arbeit.“

Ihr Start in Deutschland war geprägt von Mut und Tatkraft. Zunächst arbeitete sie in einem Seniorenheim. Aus einem Praktikum wurde eine Festanstellung – ein wichtiger Schritt, um anzukommen und Sicherheit zu gewinnen. Anschließend wechselte sie in die Gastronomie und lernte in einem bayerischen Hotel nicht nur die regionale Küche kennen, sondern auch die deutsche Sprache. „Ich habe drei Jahre lang bayerisch gekocht. Der große Vorteil war: nur deutsche Kolleginnen und Kollegen. So habe ich besser Deutsch gelernt.“

Danach arbeitete Ibana Schäfer neun Jahre lang in der Lebensmittelproduktion und verpackte Käse für zahlreiche Supermarktketten. Doch die körperliche Belastung war hoch. „Wir hatten in der Produktion immer zwischen acht und neun Grad – oder weniger. Und im Sommer ging man dann raus in 20 oder 30 Grad. Mein Körper hat das irgendwann nicht mehr geschafft.“ Entzündungen in den Gelenken und Schultern führten zu längeren Krankheitsphasen. Schließlich erhielt sie den Rat ihres Arztes, sich beruflich neu zu orientieren.

Damit begann ein entscheidender Wendepunkt in ihrem Leben. Über die Rentenversicherung erhielt sie zunächst die Genehmigung für eine zwölfmonatige Maßnahme zur beruflichen Integration (MBI), um ihre Deutschkenntnisse weiter zu verbessern. „Mir hätte jedoch ein Abschluss gefehlt“, erinnert sie sich. Doch schon nach wenigen Monaten wurde deutlich, welches Potenzial in ihr steckt. Ihre Dozenten bestärkten sie darin, den nächsten Schritt zu gehen – und so erhielt sie schließlich die Möglichkeit zu einer vollständigen Umschulung im BFW München, inklusive Reha-Vorbereitungslehrgang.

Im Rahmen der Berufsfindung entdeckte sie ihre Begeisterung für Technik. Zwar interessierte sie sich zunächst eher für Mechanik, doch aus gesundheitlichen Gründen war die Arbeit an schweren Maschinen nicht möglich. Deshalb entschied sie sich für eine Ausbildung zur Industrieelektrikerin für Geräte und Systeme. Während dieser Zeit war sie auch im Internat untergebracht – eine große Unterstützung. „Das war sehr praktisch. Ich hatte mehr Zeit zum Lernen und habe viele Freundschaften geschlossen, die bis heute halten.“ Besonders hebt sie die Begleitung durch die Ausbilder hervor: „Wir haben immer Unterstützung bekommen. Das war wirklich hervorragend.“

Ein besonders wichtiger Schritt auf ihrem Weg war schließlich die betriebliche Praxisphase bei der WORK Microwave GmbH in Holzkirchen. Das international tätige Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt weltweit Technologien in den Bereichen Satellitenkommunikation, Satellitennavigation, Verteidigungselektronik sowie Sensorik und Messtechnik. Für Ibana Schäfer wurde diese Zeit zu einer echten Chance. Sie konnte ihr Wissen erstmals im Berufsalltag anwenden, praktische Erfahrung sammeln und zeigen, was in ihr steckt. „Da bin ich heute noch“, sagt sie mit einem Lächeln.

Nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung wurde sie übernommen. Seit inzwischen zwei Jahren arbeitet sie nun in der Modulabteilung. Dort montiert sie verschiedene Baugruppen, führt Testungen, Funktionsprüfungen und Qualitätskontrollen durch. Genau das macht ihr besonders Freude. „Ich sage mir immer: Ich bleibe nicht lange, wo ich nicht glücklich bin. Das ist mein Spruch.“

Wenn sie heute auf ihren Weg zurückblickt, ist sie selbst überrascht. „Ich hätte nie gedacht, dass meine berufliche Reise in Deutschland einmal so verläuft.“ Für Menschen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, hat sie eine klare Botschaft: „Ich würde jederzeit eine Umschulung empfehlen. Für mich hat diese Ausbildung mein Leben verändert.“

Die nächste Ausbildung zum/zur Industrieelektriker/-in für Geräte und Systeme beginnt am 01.07.2026. Der nächste Reha-Vorbereitungslehrgang startet am 25.03.2026.