Bauberufe

Staatlich geprüfte Bautechnikerin / Staatlich geprüfter Bautechniker



Beschreibung als PDF


Aufgaben im Beruf


Der staatlich geprüfte Bautechniker / die staatlich geprüfte Bautechnikerin übernimmt als Fachkraft aufgrund seiner / ihrer beruflichen Erfahrungen Aufgaben im mittleren Funktionsbereich des Bauwesens. Bei der Ausbildung handelt es sich um eine vertiefte berufliche Fortbildung. Sie stellt die Grundlage für eine verantwortungsvolle Tätigkeit in der Planung, Konstruktion, Berechnung, Vergabe und Überwachung von Bauleistungen dar. Bautechniker / Bautechnikerinnen können ihren Beruf als Angestellte oder Selbständige in der Privatwirtschaft ausüben oder im öffentlichen Dienst tätig sein.

Bautechniker / Bautechnikerinnen sind nach § 61 (3) der Bayerischen Bauordnung für Gebäude der Klasse 1 bis 3 mit nicht mehr als drei Wohnungen sowie eingeschossige gewerbliche Bauten mit max. 12 m Stützweite und 250 m² Grundfläche bauvorlageberechtigt.

Je nach Spezialisierungsgrad, Eignung und Neigung bieten sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Bauplanung, Bauüberwachung und Bauleitung an. Bautechnikerinnen / Bautechniker werden überwiegend beschäftigt:

  • in Architektur-, Planungs- und Ingenieurbüros,
  • bei Bauträger- und Wohnungsbaugesellschaften,
  • bei öffentlichen Baubehörden
  • bei Bauunternehmen und
  • bei Herstellern von Baustoffen und Bauelementen.


Voraussetzungen


Zugangsvoraussetzung ist eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf sowie eine anschließende berufliche Tätigkeit von mindestens einem Jahr. Unter diese sogenannten Zulassungsberufe fallen u. a. der Baustoffprüfer, der Bauzeichner, der Beton- und Stahlbetonbauer, der Dachdecker, der Maurer, der Straßenbauer und der Zimmerer.
Liegt kein Abschluss in einem Zulassungsberuf, jedoch in einem anderen staatlich anerkannten Beruf vor, dann sind die Aufnahmevoraussetzungen dennoch erfüllt, wenn eine berufliche Tätigkeit von mindestens fünf Jahren in einem der Zulassungsberufe nachgewiesen werden kann.

Zusätzlich zu den formalen Kriterien sollte die Bereitschaft und die Leistungsfähigkeit für eine zukünftige Position im mittleren Baumanagement mitgebracht werden. Technisches und kaufmännisches Verständnis helfen darüber hinaus, den Beruf zu erlernen und auszuüben.

Bei der Ausbildung sowie der späteren Berufsausübung werden geringe körperliche Anforderungen gestellt.


Weiterbildung


Die Inhalte der Fortbildung sind gesetzlich in der Fachschulordnung geregelt. Im ersten Schuljahr werden hauptsächlich allgemeinbildende Fächer wie Mathematik, Deutsch, Technisches Englisch und Grundlagenfächer wie bspw. Baurecht / Bauplanung, Baukonstruktion, Statik und Baustofftechnologie vermittelt. Darauf aufbauend überwiegen im zweiten Schuljahr die anwendungsbezogenen Fächer wie Stahlbetonbau, Tragwerksplanung, Bauvertragsrecht, Baubetrieb usw. und es ist eine Projektarbeit zu erstellen. Durch das Angebot von Wahlfächern können Schwerpunkte, z. B. im Hoch- oder Wasserbau, individuell bestimmt werden.

Ein weiterer Bestandteil der Ausbildung ist ein dreiwöchiges Praktikum im zweiten Schuljahr, das die Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei einem selbst gewählten Arbeitgeber (Planungsbüro, Bauunternehmen, öffentliche Verwaltung etc.) absolvieren. Hierbei wird das erlernte Fachwissen vertieft. Gleichzeitig dient das Praktikum als „Türöffner“ für das spätere Berufsleben.

Die Weiterbildung erfolgt im Vollzeitunterricht.

Ergänzend zur Ausbildung zum Bautechniker / zur Bautechnikerin wird am Berufsförderungswerk München ein 16-wöchiger Vorbereitungslehrgang angeboten. Die Kursinhalte sind speziell auf die spätere Bautechnikerausbildung zugeschnitten. Ziel des Vorkurses ist es, bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen die notwendigen Lern- und Wissensvoraussetzungen für die anschließende Bautechnikerausbildung zu schaffen.


Dauer und Abschluss


Bei der Ausbildung zur staatlich geprüften Bautechnikerin / zum staatlich geprüften Bautechniker handelt es sich um eine sogenannte "Aufstiegsweiterbildung". Sie dauert 24 Monate. Darin enthalten ist die Zuerkennung der Fachschulreife (Mittlerer Schulabschluss) nach bestandenem ersten Schuljahr. Am Ende des zweiten Schuljahres ist eine schriftliche Abschlussprüfung in vier Fächern vor dem staatlichen Prüfungsausschuss abzulegen.

Nach erfolgreichem Abschluss wird die Berufsbezeichnung "staatlich geprüfte Bautechnikerin / staatlich geprüfter Bautechniker zuerkannt." Der Bautechniker ist nach dem Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmen dem Niveau 6 zugeordnet, dem gleichen Niveau wie ein Bachelor-Abschluss.

Durch die Teilnahme an einer zentralen Ergänzungsprüfung im Fach Mathematik können die Schüler und Schülerinnen zusätzlich die Fachhochschulreife erwerben. Voraussetzung dafür ist, dass auch im zweiten Schuljahr das Fach Mathematik belegt wird.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis weitere Zertifikate zu erwerben:

  • Teilnahme am Sicherheitstechnischen Seminar; die Seminarinhalte können bei einer zukünftigen  Ausbildung zur Sicherheitsfachkraft angerechnet werden.
  • Erwerb des "AdA-Scheins" (Ausbildereignungsprüfung)
  • Erwerb eines sog. "3-D-Zertifikates" in CAD
  • Zertifikat Energieeffizienz und Energetische Nachweise
  • KMK-Fremdsprachenzertifikat Englisch Niveau B1

zurück