17.05.2017
Kategorie: Aktuelles

Digital, vernetzt, mediatisiert: Dr. Wolfram Weimer war zu Gast im BFW

Die Zukunft der Arbeitswelt stand am 4. Mai im Mittelpunkt des 14. Unternehmerabends des Berufsförderungswerks München und der AOK Bayern. Der Verleger und Publizist Dr. Wolfram Weimer gab dabei tiefe Einblicke in die Organisationsstrukturen moderner Firmen und in die medialen Auswirkungen der digitalen Revolution.


Dr. Wolfram Weimer sprach in der Aula des Berufsförderungswerk München.

Der Gast und die Gastgeber von links nach rechts: BFW-Geschäftsführer Günther Renaltner, Dr. Wolfram Weimer und Bernhard Frey von der AOK Bayern.

Dass es sich bei der Digitalisierung um eine echte Revolution der Arbeitswelt handle, stellte Weimer anhand eindrücklicher Statistiken dar. So habe sich das zu verarbeitende Datenvolumen weltweit zwischen 2006 und 2012 verzehnfacht. Konkret sichtbar werde dies in den täglichen Nutzerzahlen bekannter Onlinedienste. So verarbeitete Google im Jahr 2014 nicht weniger als 4 Millionen Suchanfragen pro Minute. Noch 2006 waren das erst knapp 700.000 Anfragen – eine exponentielle Steigerung in gerade einmal acht Jahren. „Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“, betonte Weimer. Das führe zur Auflösung herkömmlicher Wertschöpfungsketten und zwinge die Betriebe dazu, sich den rasanten technologischen Entwicklungen anzupassen. Eine Anpassung, die vor allem in den Arbeitsplatzkonzepten des „New Work“ münde: „Dezentrale Entscheidungsfindung, Selbststeuerung und Projektarbeit sind nur einige Auswirkungen der digitalen Revolution“, erklärte Weimer. Nur Betriebe, die diese Aspekte erfolgreich umsetzen, seien zukunftstauglich.

Als Hilfestellung zur optimierten Außendarstellung von Unternehmen berichtete Weimer zudem von seinen Erfahrungen als Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“ und des Nachrichtenmagazins „Focus“. Dabei ging es ihm vor allem um die richtige mediale Inszenierung wichtiger Unternehmensziele. Hier komme es im digitalen Zeitalter weniger auf die inhaltliche Darstellung der Ziele an. Wichtig sei vielmehr, Aussagen in eine medientaugliche Bildersprache umzusetzen. In einer „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ führten Online gesteuerte und bildfixierte Medienstrategien eher zum Ziel als rationale Argumente – eine Tendenz, die sich in der US-Präsidentschaftswahl deutlich gezeigt habe. Auf die Frage aus dem Publikum hin, ob dieser Hang zur Inszenierung und Sensation auf Dauer nicht auf Kosten der Qualität gehe, blieb Weimer zuversichtlich: „Unsere Demokratie wird auch in Zeiten von New Work und New Republic Korrekturmechanismen für Fehlentscheidungen entwickeln“, sagte er abschließend.


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